A Woman's Mess

Autorenhomepage von Caroline Richter

Praxistest: Menstruationstassen

(c) iStock/Gregory Lee

Menstruationstassen haben sich inzwischen ihren festen Platz in den Drogerien erkämpft, doch für viele sind sie dennoch Neuland. Wie funktioniert die Handhabung, wie praktikabel sind sie, was spricht für, was gegen sie?

Ich benutze die Menstruationstasse inzwischen seit 5 Monaten und kann nun hoffentlich ein paar Fragen beantworten.

Warum überhaupt Menstruationstassen? Reichen Binden und Tampons nicht aus?

Eine gute Frage! Für die meisten Frauen, die ich kenne, ist die Anschaffung von Binden oder Tampons ganz normal und gehört zu den alltäglichen Hygieneartikeln wie Seife oder Zahnpasta. Gucken wir uns doch mal an, was die Befürworter der Menstruationstassen als Argumente gegen die so weit verbreiteten Hygieneartikel bringen.

Binden

Vorteil: Die Vagina wird nicht ausgetrocknet, man muss sich nichts einführen (damit vor allem für jüngere Mädchen einfacher), alles ausgestoßenes Material kann natürlich „abfließen“

Nachteil: viel Müll (+ Plastikmüll durch einzelne Verpackungen), auch der äußere Bereich der Vagina wird ständig blutig und schmutzig, damit nicht so angenehmes Tragegefühl beim Hinsetzen/Aufstehen usw.

Tampons

Vorteil: sehr klein, mit Übung einfach anzuwenden, „sauberste“ Alternative, i.d.R. hoher Tragecomfort

Nachteil: viel Müll (+ Plastikmüll durch einzelne Verpackungen), trocknet Scheide aus

Und das bleibt bei der Menstruationstasse aus? Ja. Die Menstruationstasse vereint die beiden positiven Aspekte des Tampons und der Binde, dass man sie zwar einführt (und sich damit nicht immer in die Soße setzen muss), aber die Scheide trotzdem nicht ausgetrocknet wird, die natürliche Flora erhalten bleibt und alles recht easy „abfließen“ kann. Und für mich ausschlaggebend: Man spart sich das ständige Nachkaufen der Hygieneartikel und verursacht keinen Müll mehr. Dazu kommt, dass die Tasse für etwa 15€ bis zu 10 Jahre halten soll – die Kosten belaufen sich also quasi auf 1,50€ pro Jahr!

Die Tasse ist übrigens aus medizinischem Silikon. Außerdem soll sie im Idealfall sehr viel seltener zu wechseln sein als Binden oder Tampons (je nach Bluttungsstärke sogar bis zu 12h).

Und wie siehts mit der Handhabung aus?

Ich muss zugeben, dass der Comfort wirklich ein wenig zu wünschen übrig lässt und weder mit der Benutzung einer Binde noch eines Tampons zu vergleichen ist. Gerade wenn man den Umgang mit einem Tampon gewohnt ist, geht dieser Handgriff ja extrem schnell, unkompliziert und verhältnismäßig sauber. Das Einsetzen der Menstruationstasse finde ich auch nach fünf Monaten noch nicht wirklich easy und vor allem in öffentlichen Toiletten stehe ich nicht selten mit zwei blutigen Händen da – nicht so geil. Ich hoffe immer noch, dass ich den Dreh bald richtig rauskriege und das bisher einfach an mir liegt. Fürs Einsetzen muss die Tasse ein wenig zusammengefaltet/-gedrückt werden (in der Vagina entfaltet sie sich dann wieder), ist aber auch in der S-Version dann immer noch breiter als der größte Tampon, den ich je benutzt habe (was zugegeben nicht die XXL-Version ist, die es gibt). Für mich ist daher leider das Einsetzen auch ein wenig schmerzhaft, aber jetzt nicht übertrieben schlimm. Nennen wir es unkomfortabel.

(c) Meluna.ch

Das Herausnehmen ist immerhin ziemlich einfach, es soll aber gesagt sein, dass man auch mit Übung immer mit mindestens zwei Fingern in die Mitte des Geschehens eindringen muss, denn an der Tasse hängt nicht wie beim Tampon irgendwas dran, was bis nach außen reicht. Es gibt zwar unten meisntens etwas wie einen kleinen Bogen oder einen Steg zum Anfassen, aber da muss man ja erstmal rankommen. Das aufgefangene Blut gießt man in die Toilette oder – wenn vorhanden – ins Waschbecken. Wenn man den Luxus eines Waschbeckens neben der Toilette hat, ist das natürlich super, dann kann man die Tasse gleich noch mal abspülen. In öffentlichen Toiletten ist das natürlich etwas schwieriger, aber es reicht auch, wenn man sie dann mal mit Klopapier grob abwischt – man kann sie ja abends Zuhause wieder reinigen.

Die Handhabung ist schlichtweg schmutziger als mit Binden oder Tampons. Solange man aber keine Angst vor seinem eigenen Blut hat, ist das alles zu verkraften – ich bin zumindest bisher immer noch ohne Blutflecken irgendwo wieder rausgekommen.

Fazit

Schlussendlich, denke ich, muss man für sich einschätzen, ob einem all die positiven Attribute den Mehraufwand wert sind. Für mich sind sie das.

Noch dazu möchte ich erwähnen, dass ich mich lange davor gedrückt habe, weil ich dachte, zusätzlich zu Schmerzen und allgemeinem Unwohlsein möchte ich nicht auch noch den Akt des Blutauffangens verkomplizieren. Die Woche ist für mich eh schon unangenehm genug und sagen wir es so: Die Menstruationstasse macht die Zeit nicht wirklich angenehmer. Allerdings macht sie sie auch nicht wirklich schlimmer. Wie gesagt: Die Woche ist eh schon Mist, was macht ein klein wenig Arbeit mehr schon aus, wenn man im Gegenzug weiß: Keinen Müll produziert und meiner Vagina etwas Gutes getan.

Weitere Informationen findet ihr z.B. unter Menstruationstasse.net

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