Selbstfürsorge vs. Selbstliebe

Warum Selbstliebe über Duftkerzen und Schaumbäder hinausgeht

Selbstfürsorge und Selbstliebe gehen Hand in Hand, doch es gibt entscheidende Unterschiede zwischen ihnen. Wie genau sie zueinander stehen, da scheiden sich die Geister: Die einen sagen, ohne Selbstliebe gibt es keine Selbstfürsorge, für die anderen ist es andersrum. Ich definiere es so: Während Selbstfürsorge ein wichtiger Bestandteil von Selbstliebe ist, reicht Selbstliebe noch viel tiefer und weiter. Lass uns also die wichtigstens Unterscheidungen klären.

Was ist Selbstfürsorge?

Das Wort offenbart bereits, was sich hinter Selbstfürsorge verbirgt: Die Fähigkeit, sich um sich selbst zu sorgen. Man sollte meinen, dass uns das in die Wiege gelegt und ein ganz natürlicher Instinkt ist, oder? Leider sind wir Menschen Meister darin, unsere Instinkte und Bedürfnisse zu ignorieren und trotzdem zu überlegen – auf Kosten unserer geistigen, emotionalen und auch körperlichen Gesundheit.

Wie genau äußert sich Selbstfürsorge also im Alltag? Es beginnt damit, dass du dir über deine eigenen Bedürfnisse und Grenzen überhaupt erstmal bewusst wirst. Ohne zu wissen, was du brauchst und wann du es brauchst, um dich nachhaltig wohl und gekräftigt zu fühlen, kannst du es auch nicht umsetzen.

Höre also auf deinen Körper, nimm dir Pausen, wenn du sie brauchst, ernähre dich gesund und kultiviere eine positive Einstellung. Wenn du spürst, dass du unbefriedigte Bedürfnisse hast, überlege dir Möglichkeiten, diese zu erfüllen. Auch deine persönlichen Grenzen zu akzeptieren, respektieren und durchzusetzen, gehört zur Selbstfürsorge dazu. Das gilt sowohl für dich selbst als auch deine Kommunikation nach außen: Gib Aufgaben ab, frag nach Hilfe, sag “Nein”, an Stellen, wo es sein muss.

Spüre, wann deine Energie geschwächt ist und tu dir dann was Gutes. Auch wenn wir uns alle zu gerne als diese immer fähige Maschine sehen würden, ist unsere Energie definitiv endlich und dann ist es an der Zeit, sich den Raum und die Zeit zu nehmen, deine Reserven wieder aufzuladen. Dafür sind Achtsamkeitsübungen sehr ratsam.

Kurz gesagt, kann Selbstfürsorge deswegen als all das definiert werden, was:

  • Dich entspannt
  • Dir Kraft gibt und gut tut
  • Dir Spaß macht
  • Dich warm, wohl und geborgen fühlen lässt

Reiki – Was ist das?

Reiki leitet sich aus dem Japanischen von „Rei“ und „Ki“ ab und wird als „universelle Lebensernergie“ übersetzt. Damit ist die Energie gemeint, die uns alle

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WIE DU HERAUSFINDEST, WELCHE BEDÜRFNISSE NICHT ERFÜLLT SIND

  1. Was wünschst du dir von anderen? Mehr Unterstützung? Mehr Lob? Träumst am Schreibtisch vom Bett? Dass, was du dir von anderen wünschst, kannst du dir selbst erfüllen.
  2. Probiere dich in verschiedenen Achtsamkeitsübungen aus, um inne zu halten und deine Situation auch mal aus der Makroebene zu betrachten.

Tipps für mehr Selbstfürsorge

Du möchtest deine Selbstfürsorge bestärken? Großartig!
Dann habe ich dir hier schon mal eine kleine Liste mit Ideen zusammengesucht, damit du direkt anfangen kannst.

  1. Grundbedürfnisse stillen

    Hast du schon mal von der Maslowschen Bedürfnispyramide gehört? Dort sind die Grundbedürfnisse wie guter Schlaf, gesundes Essen, Bewegung und auch Sex und Berührung die Basis, auf der alles andere aufbaut. Wenn diese Bedürfnisse nicht ausreichend befriedigt werden, fehlt dir die Kraft und Gesundheit, um dich um die darauf aufbauenden Bedürfnisse wie berufliche Erfüllung, soziale Beziehungen, aber auch deine Selbstverwirklichung zu kümmern.

  2. Nicht mehr beschweren

    Ja, jammern kann auch positive Effekte haben: Wir machen uns das Herz frei und fühlen uns mit unseren Mitmenschen verbunden. Allerdings treiben wir Deutschen es leider in der Allgemeinheit damit oft zu weit (wie z. B. Annika Lohstroh & Michael Thiel 2011 in ihrem Buch “Deutschland, einig Jammerland” beschreiben). Sich zu beschweren lenkt nämlich auch den Fokus auf das Negative und macht damit auf Dauer schlechte Laune.

    Eine kleine Übung: Pack dir 7 kleine Steine in die linke Jackentasche. Es können auch Murmeln o. Ä. Sein. Jedes Mal, wenn du dich beim Beschweren (auch in Gedanken!) ertappst, lege einen Stein in deine rechte Jackentasche. Kommst du durch den Tag, ohne dass alle 7 Steine rüber gewandert sind?

  3. Buch lesen

    Gönn dir eine technikfreie Zeit und lese ein Buch (ein e-Book tut’s auch, auch wenn der Entspannungseffekt für die Augen bei gedruckten Büchern größer ist).

  4. Zeit alleine/Zeit mit wohltuenden Freunden

    Je nachdem, welcher Typ du bist, kannst du Energie daraus schöpfen, einfach mal allein zu sein oder gemeinsame Zeit mit wohltuenden Freunden zu verbringen.

  5. Feste Rituale

    Du fängst immer wieder an, dir Zeit für Selbstfürsorge zu nehmen, aber nach ein paar Wochen ist alles wieder vergessen? Dann führe feste Rituale ein, die den gleichen Stellenwert bekommen wie Zähneputzen, Duschen und Essen. Dann vergisst du sie nicht einfach und schaffst dir im besten Fall jeden Tag kleine Momente der Selbstfürsorge.

  6. Körperpflege

    Dein Körper leistet jeden Tag enorm viel. Zeit, danke zu sagen! Gönn dir eine Massage oder ein Schaumbad oder, wenn die Zeit gar zu knapp ist, creme dich einfach liebevoll mit einer gut duftenden Lotion ein. Ganz ohne Inspizieren und Mäkeln, sondern einfach liebevolle Berührungen und Dankbarkeit.

  7. Spazieren gehen

    Ein Spaziergang kann zu jeder Jahreszeit ein tolles Erlebnis sein. Nicht nur, dass du mal durchatmen kannst, du lernst auch noch deine Umgebung besser kennen und entdeckst vielleicht sogar ein paar schöne Schätze direkt in deiner Nachbarschaft: ein süßes Geschäft, ein toller Park oder eine Tauschbibliothek zum Beispiel.

  8. Es sich gemütlich machen

    Das Mittel, um sich wohl und geborgen zu fühlen, ist Gemütlichkeit. Für mich bedeutet das: weiche Decke, die Füße hoch, im Winter dicke Socken und ein Tee, im Sommer Schatten und ein Eis, vielleicht noch Kerzen/Lichterketten an und Wohlfühlmusik im Hintergrund 🙂

  9. Kreativ sein

    Auch bei Aktivitäten kannst du dich entspannen! Hilfreich dafür ist, dass es dir Spaß macht und du den Kopf ausschalten kannst – oft passiert das bei kreativer Arbeit.

  10. Jemanden um Hilfe bitten

    Auch Aufgaben abgeben oder jemanden zu bitten, dir zu helfen, sind Ausdruck von Selbstfürsorge. Es braucht ein wenig Übung, den Schritt zurückzutreten, um zu erkennen: “Hier mache ich mir alleine zu viel Stress, dabei könnte mir doch XY helfen”, aber es bringt so viele Vorteile! Nicht nur, dass du dich dadurch entlastet, du kannst auch deine Beziehung zu anderen stärken, denn Freunde helfen einander gerne 🙂

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20 Aktivitäten gegen schlechte Laune

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Was ist Selbstliebe?

Jetzt haben wir ausführlich über Selbstfürsorge gesprochen, aber was ist genau der Unterschied zu Selbstliebe?

Handlungen der Selbstfürsorge sind abgeschlossene Aktionen, die sich immer mal wieder wiederholen, aber als Handlung ein Ende haben.

Selbstliebe hingegen ist ein Prozess: ein schrittweises Annehmen und Wertschätzen der eigenen Person mit allen geliebten und ungeliebten Seiten. Der Status der Selbstliebe ist nie ein Endprodukt, bei dem du einmal ankommst und dann für immer am Ziel bist. Es wird Höhen und Tiefen geben, weswegen es unentbehrlich ist, regelmäßig Selbstfürsorge zu betreiben.

Was kannst du daraus mitnehmen?

Die Unterscheidung zwischen Selbstfürsorge und Selbstliebe ist wichtig, damit du dich daran erinnerst, dass Duftkerzen und Schaumbäder allein nicht reichen, um nachhaltig an einen Punkt zu kommen, an dem du dich mit der Liebe beschenken kannst, die du verdienst. Du musst dich auch mit dir auseinandersetzen, dich in deiner Komplexität wahrnehmen und annehmen, um eine liebevolle Beziehung zu dir selbst zu pflegen.

Trotzdem ist Selbstfürsorge ein ganz wichtiger Pfeiler der Selbstliebe. Durch einen achtsamen Umgang mit dir selbst lernst du, deine eigenen Grenzen zu respektieren und deine Kräfte wieder aufzuladen. Dir zu nehmen, was du benötigst, um deine Bedürfnisse zu stillen, aber auch, Spaß zu haben und das Leben nicht zu ernst zu nehmen 🙂

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Ana
Ana
1 Monat zuvor

Das ist eine sehr schöne Beschreibung von Selbstfürsorge und Selbstliebe. Ich stelle mir die beiden als Dream Team vor, das sich gegenseitig den Rücken stärkt und somit dafür sorgt, dass ich aufrecht gehen kann. Danke für die vielen Impulse! Genau das, was ich heute gebraucht habe. <3

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